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Kultviertel: WC-Anlage auf der Partymeile

Mit der Verabschiedung des Haushaltes für 2019 wurde auch der finanzielle Grundstein für eine öffentliche Toilette auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz gelegt. DIE FRAKTION P² (Die PARTEI | PIRATEN) hatte einen entsprechenden Antrag inklusive Ort erfolgreich zum Haushalt eingereicht. Nun schlägt die Verwaltung der Stadt aber zwei andere Orte im zukünftigen Europaviertel vor: Am Wallparkhaus oder in der Südstraße [1,2]

„Die Ratsmehrheit hat einer öffentlichen WC-Anlage auf dem Platz zugestimmt. Wenn sie nun an anderer Stelle im Kultviertel stehen soll, dann bitte in Absprache mit dem AAI und dem Quartiersforum“, kommentiert der Fraktionsvorsitzender Maximilian P. Hahn (Die PARTEI) die derzeitige Entwicklung.

Hintergrund des Antrages waren neben dem generellen Wunsch nach mehr Toiletten in der Innenstadt die nachvollziehbaren Beschwerden von Anwohnern und Geschäftsleuten und der damit verbundenen derzeit schlechten Aufenthaltsqualität. [3]

„Mit dem Standort am Wallparkhaus tun wir dem Europaviertel keinen Gefallen. Versteckte Toiletten, abseits des Platzes laden nicht zur Benutzung ein und schaden dem Viertel möglicherweise sogar“, so Hahn weiter.

Damit bezieht er auch die Äußerungen des Quartierforums ein, welches diese Woche tagte. Kritik am Standort Wallparkhaus wurde hier ebenso geäußert wie beim Treffen des Arbeitsausschuss Innenstadt (AAI). Während man im Kultviertel ursprünglich lieber eine WC-Anlage auf dem Platz sehen wollte, preferiert der AAI den Vorschlag im Umfeld der Südstraße für eine öffentliche, barrierefreie Toilette.

Generelle Kritik gleich an allen drei neuen öffentlichen WC-Anlagen äußerte vergangene Woche die CDU-Fraktion. Hierzu Maximilian P. Hahn, der auch jugendpolitischer Sprecher der Fraktion ist:

„Die CDU versucht jetzt nach jedem Strohhalm zu greifen, um irgendwie Stimmung zu machen. Es ist schon fast traurig mit anzusehen, wie eine ehemalige Volkspartei langsam untergeht – aber es ist an der Zeit. Wir wollen eine Zukunft mit Zukunft! Und das mit und vor allem für die Jugend. Wir möchten das Kultviertel als Standort der Clubs,Kneipen und Bars unterstützen. Dazu gehört eben eine Toilette in unmittelbarer Nähe der Partymeile. Wir denken an die Jüngeren, die Studierenden in Braunschweig und Umgebung und nicht an die reichen alten Männer in irgendwelchen Schützenvereinen. Es gab einige Vorschläge von uns wie wir den Haushalt entlasten können – aber bei der Notdurft hört bei mir der Spaß auf.“

Schon im vergangenen Jahr sprachen sich die beiden Ratspolitiker von Die PARTEI und PIRATEN für die Umsetzung einer öffentlichen Toilette in der Südstraße aus. Auf dem Papier wurde der Platz im Rahmen des studentischen Wettbewerbes „Small Spaces“ mit einer WC-Anlage umgestaltet und gewann den dritten Platzes. [4]


„Eine Aufwertung mit Fahrradabstellmöglichkeiten und Mülleimern mit Pfandringen an gleicher Stelle wäre eine gelungene Synergie, eine Aufwertung im Viertel und für uns ein guter Kompromiss“, erklärt Christian Bley, planungspolitischer Sprecher der FRAKTION P² die derzeitige Sichtweise der Mandatsträger.


Quellen:
[1] https://piraten-bs.de/2018/11/27/haushaltsantraege-2019/
[2] https://ratsinfo.braunschweig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1012656
[3] https://regionalbraunschweig.de/wildpinkler-im-kultviertel-kuenstler-will-urinproben-sammeln/
[4] https://www.news38.de/braunschweig/article213213023/Small-Spaces-Studenten-fuer-ein-grueneres-Braunschweig.html