DIE FRAKTION P² unter­stützt aus­drück­lich die von der Ver­wal­tung in den heu­ti­gen Schul­aus­schuss ein­ge­reich­te Beschluss­vor­la­ge zum Fort­be­stand der Astrid-Lind­gren-Schu­le als För­der­schu­le Ler­nen in Braun­schweig. [1] Kom­mu­nen kön­nen nach aktu­el­lem nie­der­säch­si­schen Schul­ge­setz einen „Über­gangs­zeit­raum für die wei­te­re Umset­zung der Inklu­si­on“ und somit eine Ver­län­ge­rung des Fort­be­stan­des von För­der­schu­len bei der Lan­des­schul­be­hör­de (NLSchB) stel­len. Ursprüng­lich wäre die Schu­le jahr­gangs­wei­se zum 31.07.2020 aus­ge­lau­fen. Wird der Braun­schwei­ger Antrag von der Lan­des­schul­be­hör­de posi­tiv beschie­den, kann die Schu­le bis zum 31.07.2028 fort­ge­führt werden.

„Ich kann den Antrag auf Fort­füh­rung der För­der­schu­le nur befür­wor­ten und hof­fen, dass sich bis 2028 die Vor­aus­set­zun­gen für die Inklu­si­on an Regel­schu­len zum Woh­le aller Kin­der posi­tiv ver­än­dern wer­den, denn Inklu­si­on ist das Ziel. Die Rea­li­tät zeigt jedoch, dass die Zeit für eine Abschaf­fung von För­der­schu­len noch nicht reif ist. Die Pro­ble­me in der prak­ti­schen Umset­zung sind durch die ruck­ar­ti­ge Ein­füh­rung der Inklu­si­on ent­stan­den. Unter der Vor­aus­set­zung eines rea­li­sti­schen Tem­pos, bedeu­tend mehr Fach­per­so­nal in den ein­zel­nen Klas­sen und erprob­ter Über­gangs­kon­zep­te kann Inklu­si­on noch gelin­gen und für eine Viel­zahl von Schü­lern sinn­voll sein“, erklärt Maxi­mi­li­an P. Hahn, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der von DIE FRAKTION P² (Die PARTEI | PIRATEN). 

Wäh­rend hier­zu­lan­de schein­bar aus­schließ­lich über die zusätz­li­chen Kosten im Fal­le der Bei­be­hal­tung der För­der­schu­len dis­ku­tiert wird, geht es in Finn­land bei der För­de­rung in der Inklu­si­on um den indi­vi­du­el­len Bedarf und wel­che Unter­richts­form dem ein­zel­nen Schü­ler tat­säch­lich nützt. Hier grei­fen unter­schied­li­che Kon­zep­te inein­an­der und ermög­li­chen so auf die spe­zi­el­len Bedürf­nis­se ein­zu­ge­hen. [2,3]

„Nur in einer Koope­ra­ti­on zwi­schen Eltern, Päd­ago­gen, Son­der­päd­ago­gen und Ärz­ten kann die geeig­ne­te Schul­form- und ‑för­de­rung und somit die pas­sen­de Schu­le gefun­den wer­den. Und dazu gehört auch, dass man kri­tisch hin­ter­fragt: Fühlt sich das Schul­kind an sei­ner Schu­le mit­ge­nom­men, wird akzep­tiert und erhält Bestä­ti­gung? Geht es dort gern hin und fragt über­haupt jemand danach? Bie­tet sie opti­ma­le Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten, um über­haupt Kom­pe­ten­zen erlan­gen kön­nen? Gibt es alter­na­ti­ve Beschu­lungs­mög­lich­keit? Solan­ge die­se Fra­gen noch nicht mit „ja“ beant­wor­tet wer­den kön­nen, brau­chen wir ein lang­fri­stig ange­leg­tes Über­gangs­sy­stem und die Wahl­frei­heit zwi­schen Regel- und För­der­schu­le“, erläu­tert Hahn, der auch Mit­glied im Schul­aus­schuss ist.
„Wir brau­chen durch­läs­si­ge För­der­schu­len, weil sie für eini­ge Kin­der mit För­der­be­darf die Hoff­nung und Alter­na­ti­ve auf eine bes­se­re Schul­zeit sind und mit ihnen koope­ra­ti­ve Kon­zep­te in Regel­schu­len eta­bliert wer­den kön­nen . Daher schlie­ßen sich För­der- und Regel­schu­le nicht aus, son­dern bedin­gen sich sogar auf dem Weg zur Inklu­si­on. Dann kann sie gelingen!“